Uncategorized

Swö kollektivvertrag verwendungsgruppe

Die wichtigste Organisation des deutschen Sozialdienstleistungssektors ist die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) Fußnote 13. Sie deckt den öffentlichen kommunalen Teil des Sektors mit einer Organisationsdichte in ihrem Bereich von fast 100 % ab. Der VKA schließt den Tarifvertrag für den öffentlichen Sektor (TVöD) mit der Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ab, der mit Abstand größten Gewerkschaft im Sozialdienstleistungssektor. Eine weitere kleinere Gewerkschaft, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Footnote 15, hat Relevanz in der Branche, wie zum Beispiel im Bereich der Kindergärten. Fußnote 16 Der Sozialdienstleistungssektor weist im Vergleich zu anderen Sektoren eine geringe Gewerkschaftsdichte von etwa 3 bis 10 % auf (Evans et al. 2012, S. 30). Die besonders geringe Gewerkschaftsdichte unter den kirchlichen Angestellten wirkt sich auf die Gesamtgewerkschaftsdichte im Sozialdienstleistungssektor aus. Die Sozialabteilung von ver.di hat jedoch ihre Mitgliederzahl erhöht.

Trotz des ähnlichen Drucks der europäischen und internationalen politischen und wirtschaftlichen Kräfte auf Österreich und Deutschland erwiesen sich ihre Beschäftigungsverhältnisse und Lohnbildungsinstitutionen jedoch als unterschiedliche institutionelle Wege. In Österreich prägten die Interdependenzen und Zusammenhänge zwischen Akteuren auf mehreren räumlichen Maßstäben die Machtressourcen und Positionen dieser Akteure und trugen zur Entstehung eines relativ autonomen Tariffeldes bei. Trotz heftigen Widerstands der regionalen Behörden könnte in Österreich ein bundesweites Feld der Lohnfestsetzung im Sozialwesen geschaffen werden, das akteure hatte, die einen Kompetenz- und Machtverlust befürchteten, sowie Arbeitgeber, die um entsprechende Kompetenzen ringen. Im Vergleich zu Deutschland ist der Bereich der Tarifverhandlungen nach wie vor relativ verschlossen gegenüber europäischen und transnationalen Einflüssen. Dieser Artikel soll die (Um-)Strukturierung von Arbeitsverhältnissen und Lohnbildungseinrichtungen in sozialen Diensten in Österreich und Deutschland besser erläutern. Sie konzentrierte sich auf den umstrittenen Charakter der Arbeitsmarktinstitutionen und die spezifische Konfliktdynamik innerhalb und über soziale Bereiche hinweg. Verschiedene Gesellschaften organisieren und reorganisieren ihre Arbeits-, Produkt- und Dienstleistungsmärkte entsprechend den Ergebnissen von Konflikten über Regelwerke, Normen und Ideen. Diese Konflikte haben mehr Auswirkungen auf die soziale Verteilung als das bloße Ergebnis von effizienzsuchenden Akteuren auf wettbewerbsorientierten Märkten oder institutionell bestimmten Bahnen. Die Forschung orientiert sich an folgenden Annahmen: Auch wenn sich wirtschaftliche, politische oder gesellschaftliche Ereignisse außerhalb eines bestimmten Bereichs entwickeln, werden solche Ereignisse vermittelt und (wenn überhaupt) von den Feldgrenzen und -praktiken sowie von der Dynamik von Konflikten und der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren abhängig gemacht.

Abhängig vom Zustand der (historisch geschaffenen) Felder reproduzieren oder verändern verschiedene Gruppen von Wirtschafts- und Arbeitsakteuren sowie Regierungen und Verwaltungsbürokratie ständig Institutionen. In Folge von Bourdieus Vorstellung von sozialem Bereich hat dieser Artikel versucht, Lohnfestsetzungsfelder in sozialen Dienstleistungen auf der Grundlage der Erforschung von Machtverhältnissen, Positionen und Strategien, die von beteiligten Agenten verfolgt werden, zu rekonstruieren. Sowohl in Österreich als auch in Deutschland besteht eine Dreiecksbeziehung zwischen dem Staat (Finanzierer), autonomen Anbietern und Personen, die den Sozialdienst erhalten. Beide Gesellschaften sahen sich der Öffnung der nationalen Arbeitsmärkte für osteuropäische Arbeitnehmer gegenüber und bieten private multinationale Unternehmen, die soziale Dienstleistungen erbringen, mögliche (!) Märkte an. Darüber hinaus haben die Akteure in beiden Bereichen der sozialen Dienstleistungen erlebt, dass die Europäische Kommission Soziale Dienstleistungen als Dienstleistungen von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse behandelt, was sie dem EU-Wettbewerbsrecht unterwerfen lässt.